Stolperstein-Präsentation im Stadtarchiv

Am Dienstag, den 2. Juni 2026 präsentierte der Projektkurs Stolpersteine aus der Q1 seine Rechercheergebnisse des diesjährigen Stolpersteinprojekts der Öffentlichkeit. Bei dieser Veranstaltung im Stadtarchiv Bochum kamen alle diesjährigen Stolpersteinpatinnen und -paten zusammen, um über die eigenen Nachforschungen zu berichten. Dabei stellten die Schülerinnen und Schüler Selina Timpen, Chantel Huppertz, Miriam Schanze und Jonas Dohmann die Recherche zur Familie Kempinski vor. Insgesamt erschienen zur Veranstaltung knapp 100 Besucherinnen und Besucher, was das wachsende Interesse an den Stolpersteinrecherchen eindrucksvoll dokumentierte.

Am Montag, den 8.Juni 2026 werden dann im Beisein der Nachfahrin Deborah Kaston aus den USA die drei Stolpersteine für ihre Großeltern Abraham und Eugenie Kempinski sowie ihre Mutter Sylvia Kempinski um 13:30 Uhr an der Massenbergstraße verlegt. Insgesamt sollen am Montag acht Stolpersteine und eine Stolperschwelle an sechs Verlegestellen von Gunter Demnig platziert werden.

Zur Familie Kempinski: Abraham Kempinski und Eugenie Gittel Redisch entstammten beide aus jüdischen Familien aus dem polnischen Gebiet im damaligen russischen Zarenreich. In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wanderten beide unabhängig voneinander in das Ruhgebiet ein. Während Abraham zuerst kurzfristig im Raum Duisburg-Oberhausen arbeitete und dann nach Bochum zog, lebte Eugenie Redisch schon in Bochum und betrieb dort ein Lebensmittelgeschäft. Nach der Heirat 1931 betrieben Eugenie und Abraham das Geschäft gemeinsam weiter. Ein jähr später kam Tochter Sylvia zur Welt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verschlechterte sich die gesellschaftliche, rechtliche und finanzielle Lage der Familie drastisch, da Abraham für mehrere Monate in sogenannte Schutzhaft genommen wurde, die Familie Strafzahlungen leisten musste und Kunden ausblieben. Durch diese Einschnitte sah sich die Familie gezwungen, ihr Geschäft aufzugeben und 1936 über Le Havre mit der Queen Mary in die USA auszuwandern. Dort betrieben sie in der Gegend um New York ebenfalls ein Lebensmittelgeschäft, ehe Abraham dieses aus gesundheitlichen Gründen nicht fortführen konnte. Nach seinem Tod im Jahre 1956 kämpfte Eugenie in einem Wiedergutmachungsverfahren um finanzielle Ausgleiche für das erlittene Leid und die Schäden am Eigentum, bekam jedoch nur einen geringen Teil der Kosten erstattet.

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